Bericht vom Stadtgespräch „ Es Reicht Frau Reiche“

Gemeinsam mit Marie Kollenrott, Sprecherin für Energie und Klimaschutz der Grünen Landtagsfraktion und Udo Sahling, Geschäftsführer der Energiegenossenschaft Calenberger Land Ener:Go haben wir die energiepolitische Lage diskutiert und den Blick in die Zukunft gerichtet.

Mit zwei Impulsvorträgen haben unsere Gäste die rückwärtsgewandte Energiepolitik von der Bundesregierung und Frau Reiche umrissen. Dieser Politikstil schafft Verunsicherung auf allen Ebenen von der Wirtschaft bis zu den privaten Haushalten. Nach Angaben des Landesverbandes Neue Energien LEE, stehen allein in Niedersachsen Investitionen von rund 32 Milliarden Euro auf dem Spiel. Aber das ist nicht nur ein niedersächsisches Problem, denn alle 16 Bundesländer haben sich geschlossen gegen gegen die Reformpläne der Bundesregierung zur Energiewende gestellt und fordern ein Festhalten an den Erneuerbaren. Der weitere Ausbau der Erneuerbaren ist ein zentrale Hebel für bezahlbare Strompreise und eine immer wichtiger werdende Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten oder Atomkraft.

Der Ausbau von Windkraft spielt dabei eine Schlüsselrolle. Das Regionale Raumordnungsprogramm weist insbesondere im Bereich Hiddestorf mehrere Vorrangflächen für Windkraft aus. Hemmingen ist in Bezug auf die Windkraft gut aufgestellt. Bereits heute
stammen ca. Zweidrittel des erzeugten Stroms aus Windkraft (Anteil der Eigenerzeugung liegt bei 49%). Dass dies insbesondere in Hiddestorf nicht von allen für gut befunden wird, machte ein Vertreter der Bürgerinitiative „Mensch +Wind e.V.“ deutlich. Er verwies darauf, dass gar nicht so viel Strom benötigt würde und die Anlagen bereits heute oft stillstehen wegen Netzengpässen oder
Überproduktion. In der Diskussion wurde natürlich bestätigt, dass noch weitere Investitionen in den Leitungsbau zum Weitertransport des erzeugten Stroms sowie die Zwischenspeicherung der elektrischen Energie fließen müssen. Aber genau das ist eine Aufgabe um die sich Frau Reiche vordringlich kümmern müsse.

Von Udo Sahling wurde besonders die kommunale Perspektive eingebracht. Sein Unternehmen ist in Hemmingen und den umliegenden Kommunen tätig, viele Fotovoltaikanlagen, so auch auf dem Hemminger Rathaus, wurden erfolgreich umgesetzt und bieten eine klimafreundliche Investitionsmöglichkeit. Allerdings leide das bisherige Geschäftsmodell zunehmend unter den
ungünstigen Einspeisebedingungen infolge der EEG (Energie-Einspeisungs-Gesetz) Reform. Die lokale Energiegenossenschaft Ener:Go ermöglicht Bürgern, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen und durch eine Mitgliedschaft auch von den Erträgen zu profitieren. Das ist attraktiv und dafür gibt es eine große Nachfrage. Bisher beschränkt sich die Ener:Go auf Fotovoltaikanlagen, es gibt aber auch bereits Überlegungen im Bereich der Windkraft einzusteigen. „Das wäre doch ein gutes Thema für ein nächstes Stadtgespräch“ damit beschließt Ulrike Roth, co-Vorsitzende der Grünen in Hemmingen, den Abend.

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