Gemeinsam für eine lebendige Gedenkarbeit
Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist eine zentrale Grundlage für eine demokratische und friedliche Zukunft. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Erinnerungskultur in Hemmingen aktiv weiterzuentwickeln und nachhaltig zu stärken.
Kern unseres Antrags ist die Einrichtung eines „Runden Tisches Erinnerungskultur“. Unter Beteiligung von Vereinen, Schulen, Kirchengemeinden sowie engagierten Bürger*innen soll ein gemeinsames Konzept entstehen, das bestehende Gedenkformate würdigt, besser miteinander vernetzt und neue Impulse setzt. Ziel ist es, Erinnerungsarbeit nicht nur zu bewahren, sondern sie als lebendige Bildungsarbeit weiterzuentwickeln – hin zu Lernorten des Friedens.
Ein wichtiger Baustein dabei ist die stärkere Sichtbarkeit von Erinnerung im öffentlichen Raum. So soll geprüft werden, ob auch in Hemmingen Stolpersteine an Opfer des Nationalsozialismus erinnern können. Diese individuellen Gedenkorte machen Geschichte greifbar und holen sie in den Alltag der Menschen zurück. In Zusammenarbeit mit Schulen könnten zudem die Biografien der Opfer erforscht und beispielsweise digital zugänglich gemacht werden.
Auch bestehende Formate sollen weiterentwickelt werden. Der Volkstrauertag könnte stärker als Tag des Gedenkens und der Zukunft gestaltet werden – etwa durch die Einbindung junger Menschen oder durch Beiträge, die aktuelle Friedensfragen aufgreifen. So kann das Gedenken neue Perspektiven eröffnen und gesellschaftliche Relevanz behalten.
Darüber hinaus möchten wir vorhandene Gedenkorte in Hemmingen besser miteinander vernetzen. Ein einheitliches Informationssystem, beispielsweise in Form eines „Wegs der Erinnerung“ mit ergänzenden digitalen Angeboten, könnte dazu beitragen, lokale Geschichte sichtbarer und zugänglicher zu machen.
Auch zentrale Gedenktage wie der 27. Januar und der 9. November sollen gestärkt und fest im städtischen Leben verankert werden. Kooperationen mit Schulen und lokalen Initiativen bieten hier großes Potenzial, insbesondere um junge Menschen aktiv einzubeziehen.
Nicht zuletzt geht es darum, die lokale Geschichte weiter aufzuarbeiten. Neben Geschichten von Widerstand und Verfolgung sollen auch bislang weniger beleuchtete Aspekte – etwa die Rolle von Täterschaft oder das Schicksal von Zwangsarbeiter*innen – stärker in den Blick genommen werden.
Der geplante Arbeitskreis soll von der Stadt moderiert und die Ergebnisse regelmäßig in den politischen Gremien vorgestellt werden. So wird sichergestellt, dass die entwickelten Maßnahmen nicht nur diskutiert, sondern auch umgesetzt werden.
Erinnerung ist kein statischer Prozess. Sie lebt vom Engagement vieler Menschen und vom Willen, aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen. Genau dafür wollen wir in Hemmingen die Grundlage schaffen.