Wir diskutierten am Mittwoch, den 08. April 2026, gemeinsam mit Vertreterinnen von Donna Clara und der Grünen Kandidatin für die Regiospräsidentschaft, Sinja Münzberg, zum Thema Femizide und Gewalt gegen Frauen.
Frau Waldmann und Frau Ramos-Bertram stellten die Arbeit in der Beratungsstelle „Donna Clara“ vor und schilderten die Zusammenarbeit mit der Polizei, wenn Frauen von Gewalt betroffen sind. Leider steigen die Fälle, in denen Frauen Gewalt ausgesetzt sind, was sich auch in steigenden Beratungszahlen ausdrückt.
Einen besonderen Raum nehmen Femizide in der Diskussion ein, also die vorsätzliche Tötung oder der Tötungsversuch von Frauen, weil sie Frauen sind. Eine rechtliche Definition gibt es nicht, da der Femizid bisher kein eigener Straftatbestand ist. Dementsprechend gibt es bisher keine eigene Erfassung von Femiziden, so dass diese als Mord oder Totschlag strafrechtlich
verfolgt oder statistisch erfasst werden. Die Vertreterinnen von Donna Clara wiesen auch darauf hin, dass Femizide nicht nur Morde an Expartnerinnen sind, sondern viel weiter reichen. So haben z.B. auch rassistische Femizide oder Femizide, die als Kriegswaffe eingesetzt sind, einen großen Anteil.
Digitale Gewalt (wie Belästigung, Stalking oder Deepfakes) ist ein zunehmendes Problem, das ein besonderes technisches Beratungsangebot und eine zusätzliche finanzielle Ausstattung erfordert. Medial wird Gewalt gegen Frauen leider öffentlich nicht angemessen wahrgenommen. Auch deswegen wird Sinja Münzberg dieses Thema als ein Schwerpunkt im Wahlkampf aufnehmen. Sie setzt sich auch für eine Koordinierungsstelle bei der Region ein, wo die Maßnahmen und Beratungsangebote zusammenlaufen und vernetzt werden.
Einigkeit bestand darin, dass ein flächendeckendes Beratungs- und Schutzangebot sichergestellt werden soll und ein besonderer Fokus auf die Prävention, insbesondere die Sensibilisierung gegen Diskriminierung, gerichtet werden muss. Gerade für die Schulen müsste ein strukturiertes Präventionsprogramm vorliegen, damit das Aufgreifen des Themas nicht nur vom Engagement Einzelner abhängt.