Ein bisschen Regen und ein bisschen Sturm konnten uns die Stimmung nicht verhageln. Die erste Station war die Gaststätte Mutter Buermann, die zur Freude der Deveser am 19. September wieder eröffnet werden soll. Ähnlich, wie früher, wird es wieder eine Gastronomie mit Saal und Biergarten geben. Dies erläuterte uns der Betreiber Herr Ümit Varol. Auch ein Teil der früheren Beschäftigten konnte gehalten werden.
In der Kapelle informierte uns Herr Prüssing vom Kirchenvorstand der Trinitatisgemeinde über die unklare Zukunft der Kapelle. Zusätzlich zu Weihnachten und Ostern wird es voraussichtlich noch 4 weitere Gottesdienste im Jahr geben. Für die übrige Zeit soll ein, von der Kirche initiierter, Förderkreis ein Nutzungskonzept entwickeln. Denkbar ist vieles von Kultur bis Gemeinwesenarbeit, aber Finanzierung und Organisation müssen über den Förderkreis laufen. Wir nehmen mit, dass der zukünftige Rat zu klären hat ob und wie ggf. die Stadt hier unterstützen kann.
Schließlich gibt es in Devese keine Räumlichkeiten für örtliche Treffen und das Interesse am Erhalt des Baudenkmals ist groß. Die Senioren WG an der Ortsdurchfahrt vorm Dorfe in einem historischen Wohnhaus ist ein Erfolgsmodell und eine gute Alternative zu einer Heimunterbringung. Die familiäre Atmosphäre und die erforderliche Zusammenarbeit der Kinder stärken den Zusammenhalt. Das Modell ist auch auf die anderen Stadtteile übertragbar und würde eine wichtige Versorgungslücke schließen.
Auf dem Friedhof besuchen wir das Grab des Zwangsarbeiters Josef Boczianowski, 35 Jahre alt und Vater von 3 Kindern. Er war einer von 30 Zwangsarbeitern in der Landwirtschaft in Devese und ist bei einem Luftangriff ums Leben gekommen. Das Grab wird derzeit privat gepflegt. Als Beitrag zur Erinnerungskultur wäre es wichtig mehr über sein Leben und das der anderen Zwangsarbeiter zu recherchieren.
Zum Abschluss trafen wir uns bei Ulrike Roth.