Interview mit Nicole van der Made, Bewerberin für den Landtag

  • Veröffentlicht am: 5. Oktober 2017 - 18:49
Nicole van der Made / Foto: Sven Brauers

Nicole, Du wohnst in Ditterke, einem Ortsteil von Gehrden. Welchen Bezug hast Du zu Hemmingen?



Ich war früher oft mit meinen Kindern am Kampfelder Hof  oder auch im Galerie-Café Webstuhl nach einem schönen Spaziergang mit meinem Hund in Devese. Meine Freundin wohnte in Hemmingen - dort bin ich über Jahre sehr gerne und oft gewesen.

Als Gleichstellungspolitikerin in der Regionsversammlung habe ich zu allen Kommunen im Umland eine gute Verbindung. Wir besuchen mit der grünen Fraktion alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Kommunen, um uns über die Lage vor Ort ein Bild zu machen und die jeweiligen Themen und  Belange mit in die Regionsversammlung zu nehmen.

Was machst Du beruflich?

Ich bin gelernte Tischlerin, war als solche 20 Jahre mit einem Handwerksbetrieb selbständig. Nach einer weiteren Ausbildung bin ich seit acht Jahren Finanzkauffrau und arbeite bei einem kanadischen Unternehmen im Innendienst, dort betreue ich den Keyaccont und unsern Außendienst. Daneben arbeite ich stundenweise als Studienleitung im Bereich Freizeit, Kultur und Gesellschaft für einem Bildungsträger: ich entwickle und erstelle den Programmteil für politische Bildung, Naturwissenschaften, neue Medien und Kreativität und suche hierfür auch die Dozent*innen.

Wie ist Deine private Situation?

Ich lebe seit 21 Jahren mit meinen Töchtern auf einem alten Hof in Ditterke bei Gehrden. Aufs Land bin ich damals gezogen, weil ich wollte, dass meine Kinder in der Natur und mit Tieren aufwachsen. Als alleinerziehende Mutter war es rückblickend für mich auch hinsichtlich der sozialen Gemeinschaft eine gute Entscheidung, aufs Land zu ziehen. Nur die Infrastruktur fand ich immer ausbaufähig - vom Kindertagesstättenbedarf über Ganztagsschule und Hort sowie Treffpunkte für Senior*innen bis hin zum ÖPNV.

Meine ganze Familie ist politisch aktiv! Ich war von 2011 bis 2016 im Stadtrat von Gehrden und habe dann den Staffelstab an meine Tochter abgeben, die nun im Stadtrat als jüngstes Ratsmitglied grüne Politk macht. Ich bin seit Herbst 2016 Mitglied der Regionsversammlung und dort gleichstellungspolitische Sprecherin der Refionsfraktion von BÜNDIN 90/ DIE GRÜNEN.

Gibt es ein politisches Thema, das Dir besonders am Herzen liegt?

Oh ja, die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander! Jedes fünfte Kind lebt in Deutschland in  Armut, besonders betroffen sind Kinder, die in Einelternfamilien aufwachsen - Alleinerziehende sind in unserem System besonders benachteiligt, da spreche ich aus Erfahrung. Ich kämpfe für Chancengleichheit, die Gleichstellung von Frau und Mann, gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit und für die Anerkennung von Pflege- und Kindererziehungszeiten bei der Rente. Die Frage nach sozialer Gerechtigkeit und nach einer solidarischen Gesellschaft beschäftigt mich.

Und ich setze mich für die Stärkung der Hebammen ein. Es kann nicht sein, dass immer mehr Geburtskliniken und Kreissäle schließen und Frauen es deshalb nciht rechtzeitig in eine Klinik schaffen! Geburtshilfe ist m. E. eine medizinische Grundversorgung, deshalb sollten die Länder die Gründung von Hebammenpraxen fördern! Und es muss eine Lösung zur Finanzierung der hohen Haftpflichtversicherung für Hebammen geben, sonst gibt sind bald keine Haus- und Beleggeburten mehr. Wir dürfen die Frauen bei der Geburt und Nachsórge nicht allein lassen.

Wie bist Du zu den Grünen gekommen?

Politisiert wurde ich durch meine Eltern, die waren beide sehr politisch und haben uns schon als Kinder ermutigt, auf Demos für unsere Rechte einzustehen.  Als junge Frau habe ich in Hannovers Nordstadt gelebt und habe mich dort in der ein und anderen Bürgerbewegung politisch eingebracht. Ich habe über Jahre in der Umwelt- und Anti Atom Bewegung mitgearbeitet und organisiert. Eines Tages sprach mich ein Freund aus der Bürgerinitiative an, ob ich nicht mal mit zu den Grünen kommen will - das war der Anfang meiner grünen politischen Leidenschaft.



Auch meine erfahrungsreiche Zeit als alleinerziehender Elternteil hat dazu beigetragen, dass ich mich bei den Grünen engagieren wollte, um für die kommenden Generationen die Fehlentwicklungen im Sozial- und geschlechterpolitischen Bereich abzubauen.

 

Mehr zu Nicole van der Made gibt es hier:

https://nicole.gruene-hannover.de/

https://www.facebook.com/nicole.v.d.made/notifications/

https://twitter.com/NicvanderMade

Nicole van der Made war im April zur Direktkandidatin der Grünen gewählt worden (zur Meldung).

Hier kann Nicoles Flyer heruntergeladen werden

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