Für die Grünen in den Bundestag: Direktkandidat Roland Panter im Interview - Teil 2

  • Veröffentlicht am: 1. September 2017 - 11:36
Roland Panter (links, beim Haustürwahlkampf in Hemmingen mit Joachim Steinmetz; Foto: R. Panter)

Der Wahlkreis 47 erstreckt sich von Barsinghausen bis Uetze - hast Du da irgendetwas Gemeinsames oder Verbindendes über die Gemeinden hinweg gefunden?

Der Wahlkreis ist in der Fläche wirklich riesig. Je nach Verkehrslage benötigt man teilweise deutlich über eine Stunde, um von einem Ende zum anderen zu kommen. Das macht es auch so schwierig, überall gleichermaßen intensiv vor Ort zu sein. Ich habe das Glück, schon an ein paar Orten der Region gelebt zu haben. So erinnere ich mich gerne an meine Zeit in Hemmingen, genauso gern an die Jahre in Uetze. Nun lebe ich seit einigen Jahren wieder in Hämelerwald bei Lehrte, dort hatte ich meine erste eigene Wohnung.

Was den ganzen Wahlkreis eint, er ist in wunderbare Natur eingebettet. Zum anderen spiegelt der Wahlkreis den großen Spagat zwischen Bedürfnissen im Zentrum oder in unmittelbarer Zentrumsnähe und denen in eher ländlich geprägten Lagen wieder. Das finde ich spannend und es macht mir große Freude in diese Themenvielfalt einzutauchen. Daneben sind im gesamten Wahlkreis identische Themen präsent. Beispielsweise das Thema Schule. An vielen Orten sind Umbrüche vorgezeichnet und es müssen große Investition vorgenommen werden. Dann gibt es die vielen Herausforderungen der Digitalisierung. Das ist auf dem Dorf oft schon die Frage nach schnellem Internet. Wir haben sehr präsente Energiethematiken – sei es Windkraft, Solar oder die Biogasanlagen. Außerdem belastet das Thema Verkehr den gesamten Wahlkreis. Angefangen bei den Autobahnen A2 und A7, über Ortsumgehungen, Eisenbahnortsdurchfahrten mit langen Schrankenschließzeiten bis hin zu Lärm- und Umweltschutz. Da müssen an vielen Orten noch dicke Bretter gebohrt werden.

Als grüner Direktkandidat sind Deine Chancen, gewählt zu werden, nicht besonders groß. Warum trittst Du trotzdem an?

Alle politischen Kandidat*innen denen ich bislang begegnet bin, haben eine eigene Vision von Politik. Die wollen sie gerne umsetzen und das geht nur über ein Mandat. Ich glaube deshalb, dass jede*r Kandidat*in letztendlich mit dem Ziel antritt gewählt zu werden. Ganz unabhängig davon, wie wahrscheinlich das ist. So ist das auch bei mir.

Eine Demokratie sieht zudem nicht vor, dass eine Wahl schon vorher entschieden ist. Alle Kandidat*innen haben die Möglichkeit die Wahl zu gewinnen. Dennoch wäre es naiv anzunehmen, dass sich die Machtverhältnisse in meinem Wahlkreis spontan verändern. Auf der anderen Seite zeigt die Große Koalition gerade sehr deutlich, dass es ganz gut wäre, wenn mehr Mut, ökologische Werte und Zukunftsgeist im Bundestag vertreten wären. Ich setze mich dafür ein, dieses Ziel zu erreichen. Außerdem möchte ich den rechten Strömungen etwas entgegen setzen.

Hast Du Deine Mitbewerber schon persönlich getroffen?

Ich habe in den vergangenen Monaten unter anderem den Kandidaten der SPD, Matthias Miersch und Maria Flachsbarth von der CDU kennenlernen dürfen – sympathische Leute. Leider bewirken sie nichts für unsere Grünen Themen. Im Gegenteil, beide haben bspw. in der laufenden Legislaturperiode für die weitere Nutzung des hoch umstrittenen Herbizids Glyphosat gestimmt. Dabei sind weder die Krebsgefahr für die Menschen, noch die Auswirkungen von Glyphosat mit Blick auf das massive Bienensterben abschließend geklärt. Da wünsche ich mir als Bürger mehr Verantwortungsbewusstsein.

Nimmst Du dieses Jahr Sommerurlaub?

Nennen wir es mal einen langen und anstrengendem „Aktivurlaub". Dafür habe ich mir den September freigenommen. Man wird mich in der Endphase des Wahlkampfes an vielen Stellen in der Region live erleben können. An Wahlkampfständen, bei Podiumsdiskussionen, bei Aktionen und eben im Gespräch mit den Menschen – auch in Hemmingen. Gefühlt bin ich bereits seit Anfang diesen Jahres im Wahlkampf und sammele dabei viele wertvolle Erfahrungen. Da diese Erfahrungen eine echte Bereicherung für mein Leben bedeuten, kommt es aus der Sicht des persönlichen Erlebens am Ende vielleicht einem „echten“ Urlaub nahe.

Was machst Du am 25.9., dem Tag nach der Wahl?

Egal, wie die Wahl ausgeht, ich werde ab dem 25. September auf eine für mich sehr lehrreiche Zeit zurückschauen können. Schon bis heute gibt es viele Momente der Euphorie und auch einige der Demotivation. Ich habe das Gefühl, dass ich persönlich daran wachse und dies mit vielen Menschen teilen kann. Mit dem Wahltag wird dann viel Anspannung von mir abfallen. Wir werden dann wissen, ob sich mein Einsatz für die Grünen gelohnt hat und ob ich künftig vielleicht häufiger nach Berlin muss :-)

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